3. Debattenraum: „Energiewende“

Rückblick auf den dritten “Debattenraum live“

Am Donnerstag, den 24.09.26 hat das BSW Hamburg seinen dritten “Debattenraum live“ im Bürgerhaus Langenhorn diesmal zu dem Thema „Die Energiewende nach deutscher Art und das BSW“ veranstaltet.

Die teilnehmenden Mitglieder und Unterstützer waren eingeladen, sich über die Energiewende, die in Deutschland auf eine sehr spezielle wie einmalige Art erfolgt, zu informieren, und dieses wichtige Thema gemeinsam zu erörtern.

Die folgenden Themenblöcke wurden vorgestellt und mit den Anwesenden intensiv diskutiert:

1. Was ist die Energiewende nach deutscher Art?

Zu Anfang stellte Peter, Leiter unserer Landesarbeitsgruppe „Klima“, die konkrete Ausgestaltung der Energiewende in Deutschland dar:

  • Umstellung der Energieversorgung auf vornehmlich Solar- und Windkraftenergie, wobei jedoch gleichzeitig der erforderliche Netzausbau und Speicherkapazitäten vernachlässigt wurden
  • Konsequenzen für die Sicherstellung der Energiesicherheit und Netzstabilität, notwendiger Bedarf an gedoppeltem Kraftwerkssystem zur Sicherstellung der Energieversorgung (auch während Dunkelflauten u. Ä.)
  • Gewaltige Umverteilung:
    Profitversprechen über Subventionen, bedarfsunabhängige garantierte Erzeugerpreise, künstliche Verteuerung/Verbot anderer Energieträger bei gleichzeitigem zur Kasse bitten der Stromkunden durch CO₂-Steuer, CO₂-Zertifikate, Netzentgelte, geplante Sonderbeiträge für neue Gaskraftwerke, usw.

2. Wie wirkt die Energiewende?

Reinhard und Kenny schilderten im Anschluss die konkreten Auswirkungen der Energiewende nach deutscher Art auf die Bevölkerung und Wirtschaft:

  • Enorme Kosten für private Haushalte, Wirtschaft und Staat
  • Abwanderung energieintensiver Unternehmen
  • Verlust von Arbeitsplätzen in Industrie und Gewerbe
  • Betrachtung der gegenteiligen Arbeitsplatzeffekte durch den Aufbau der Solar- und Windkraftindustrie
  • Enorme Profite für Energiekonzerne, Netzbetreiber und Kapitalfonds
  • Keine sichtbare Wirkung auf den globalen CO₂-Ausstoß

3. Welchen Standpunkt vertritt das BSW?

Wir müssen unsere Positionen aus dem Spagat zwischen verschiedenen, sich widerstrebenden Zielsetzungen bestimmen:


Kenny stellte die Lösungsvorschläge und Forderungen des BSW vor, wie sie in Wahlprogrammen und unserem Parteiprogramm aufgeführt sind:

  • Abschaffung der EEG-Umlage und der CO₂-Bepreisung
  • Verursachergerechtes Netzentgelt
  • Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)
  • Netzdienlicher Ausbau von Photovoltaik und Windkraft auf ungenutzten Flächen
  • Förderung der Forschung in Zukunftstechnologien (etwa Kernfusion)
  • Speicher- und Netzausbau (oberirdisch)
  • Verbrauchsnahe Erzeugung
  • Grundlastsicherung mit (Bio-)Gas, Kohle und Speichern

4. Gedanken zur Erweiterung und Klarstellung unserer Positionen

Wolfgang stellte noch weitere Aspekte zu dem Thema aus unserer Landesarbeitsgruppe vor. Die wesentlichen Punkte:

  1. Kriege und Rüstungswettläufe sind der größte Klimakiller.
  2. Heizen, Strom und Mobilität dürfen nicht zum Luxus werden, sie müssen bezahlbar bleiben.
  3. Gaskraftwerke sind eine notwendige Brückentechnologie. Russisches Gas sollte über die 4. Röhre von Nord Stream II bezogen werden.
  4. Stromnetze und Energieversorgung gehören als Teile der Daseinsvorsorge in öffentliche Hand.

Wie äußerten sich die Teilnehmer der Diskussion?

Nach einer ergiebigen Diskussion gaben am Ende der Veranstaltung die Teilnehmer mit ihren ausgefüllten Fragebögen ein Meinungsbild wider, das ein nahezu einhelliges Ergebnis zeigte:

  1. Die Energiewende nach deutscher Machart schadet den Menschen in unserem Land.
  2. Deutschland rettet mit seiner Energiewende das globale Klima nicht.

Die Teilnehmer bewerteten die Veranstaltung als sehr hilfreich und beurteilten den Debattenraum als gelungene Veranstaltung ausnahmslos positiv.