Pressemitteilung zum 8. Mai

Pressemeldungen
, 7. Mai 2026

Hamburg, 8. Mai 2026

Vor genau 81 Jahren, am 8. Mai 1945 endete in Europa der 2. Weltkrieg. Und mit ihm Tyrannei, Kriegsverbrechen und Völkermord, verübt vom deutschen Faschismus. Durch seine Hybris und seinen Größenwahn hatten 55 Millionen Menschen ihr Leben verloren.

Wir gedenken der sinnlosen Opfer des NS-Regimes, jedem Einzelnen, egal ob Jude, ob Sinti oder Roma, ob homosexuell, ob behindert, egal welcher politischen Ausrichtung oder Nationalität er oder sie angehörte, egal ob aktiver Widerstandskämpfer oder ob einer der vielen Namenlosen, denen eine stille Geste der Menschlichkeit zum Verhängnis wurde.

Wir trauern um jedes Opfer von Nazi-Deutschland mit ihren Nachfahren. Weil jeder Mensch gleich ist (Artikel 3 Grundgesetz), hat auch jeder Mensch das Recht, dass seiner betrauert und gedacht wird.

Wir schämen uns für eine Bundesregierung, die dem Volk, dem mit 27 Millionen Toten das zahlenmäßig größte Leid zugefügt wurde, angemessenes Trauern verwehrt wird, indem seine Repräsentanten von Veranstaltungen und Orten des Gedenkens ausgegrenzt werden. Einem großen europäischen Volk, dem wir u. a. Dostojewski, Tolstoi, Schostakowitsch, Rachmaninow, die Befreiung von Ausschwitz und unsere Wiedervereinigung zu verdanken haben.

Wir gedenken zugleich der Opfer der brutalen Bombardements deutscher Städte durch die Alliierten. Auch sie brachten Tod und Leid, die bis in die heutigen Generationen nachwirken. Vor diesem Hintergrund erfasst uns blankes Entsetzen, dass ausgerechnet Deutschland, von dessen Boden niemals mehr ein Krieg ausgehen sollte, sich im irrsinnigen Wahn seiner Machteliten mit Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit genau darauf zubewegt. Ausgerechnet Deutschland will stärkste konventionelle Militärmacht in Europa werden. Wieder einmal! Wer annährend die Hälfte des Bundeshaushalts für Militärausgaben versenken will, hat jegliches Maß einer vernünftigen Verteidigungspolitik verloren.

Wir erinnern an einen großen Sohn Hamburgs, Wolfgang Borchert mit seinem Ausspruch: „Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins: Sag nein!“

Wir sind stolz auf die mutigen Schülerinnen und Schüler dieser Stadt und im Land, die „Nein“ sagen, die sich gegen die aufkommende Wehrpflicht stemmen. Ihnen gehören unsere Anerkennung und unsere Unterstützung!

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