Erster „Debattenraum live“ des BSW Hamburg: Werte schärfen, Positionen klären, Handlungsfähigkeit stärken
Am 28.05.2026 fand im Kulturpalast Billstedt der erste „Debattenraum live“ des BSW Hamburg statt. Mehr als 30 Mitglieder aus dem Landesverband Hamburg nahmen an der rund dreistündigen Veranstaltung teil. Das neue Format wurde im Rahmen der Umsetzung der „Agenda 2026“ entwickelt und soll die innerparteiliche Debattenkultur stärken, politische Grundfragen klären und konkrete Impulse für die Arbeit des Landesverbandes geben.
Im Mittelpunkt des ersten Abends stand die Frage:
„BSW-Werte schärfen – wie positionieren wir uns zur AfD?“
Ziel war es, einen offenen Raum für inhaltliche Diskussion, politische Orientierung und gemeinsamen Austausch zu schaffen. Mitglieder sollten die Möglichkeit erhalten, unterschiedliche Einschätzungen einzubringen, das Meinungsspektrum im Landesverband sichtbar zu machen und gemeinsam zu klären, welche politischen Schlussfolgerungen sich daraus für das BSW Hamburg ergeben.
Nach der Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Burkhard Bujotzek führte Franziska Schwarz, Geschäftsführerin des Landesverbandes Hamburg, in die politische Position des BSW zur AfD ein. Dabei wurde deutlich: Das BSW lehnt sowohl eine pauschale Brandmauer-Logik als auch eine politische Annäherung oder Koalitionsbereitschaft mit der AfD ab. In Sachfragen zählt für das BSW der konkrete Inhalt. Eine gemeinsame Wertebasis oder eine Regierungszusammenarbeit mit der AfD ergibt sich daraus jedoch nicht.
In der anschließenden Debatte wurden unterschiedliche Einschätzungen offen und kontrovers, aber respektvoll diskutiert. Mehrfach wurde betont, dass das BSW in einzelnen Sachfragen zwar zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie die AfD kommen kann, die politische Wertebasis dahinter jedoch eine grundsätzlich andere ist. Deutlich wurden unter anderem Unterschiede in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen, ein anderes Verständnis von sozialer Gerechtigkeit sowie die klare Abgrenzung gegenüber rechtsextremen Kräften innerhalb der AfD.
Zugleich wurden vereinzelt auch Positionen vertreten, die für eine stärkere Zusammenarbeit mit der AfD argumentierten, unter anderem mit Blick auf außen- und friedenspolitische Fragen. Auch diese Beiträge wurden in der Debatte aufgegriffen und kritisch diskutiert.
Die am Ende der Veranstaltung ausgewertete anonyme Befragung zeichnete ein klares Gesamtbild: Eine große Mehrheit der Teilnehmenden unterstützte die Position „keine Brandmauer, Gesprächsbereitschaft in Sachfragen, keine Koalition“. Zugleich wurde sichtbar, dass die Mitglieder das BSW als eigenständige politische Kraft verstehen, die sich von allen konkurrierenden Parteien inhaltlich klar unterscheidet.
Ein wichtiges Ergebnis des Abends war auch die gemeinsame Reflexion des neuen Formats. Viele Teilnehmende bewerteten den „Debattenraum live“ als geeignetes und notwendiges Format für den innerparteilichen Meinungsaustausch. Deutlich wurde: Das Format wird gebraucht. Es gibt im Landesverband Hamburg ein großes Bedürfnis nach politischer Klärung, gemeinsamer Orientierung und einem Raum, in dem kontroverse Fragen offen, aber strukturiert diskutiert werden können.
Für kommende Veranstaltungen nehmen wir mit, dass Debatten stärker inhaltlich vorstrukturiert werden sollen. Die Positionen des BSW aus Leitantrag, Parteiprogramm und Beschlusslage sollen zu Beginn klarer dargestellt werden. Landesarbeitsgruppen sowie weitere Expertinnen und Experten sollen je nach Thema stärker eingebunden werden. Außerdem sollen künftige Debatten noch deutlicher darauf ausgerichtet werden, welche konkreten politischen Schlussfolgerungen sich daraus für Hamburg ergeben.
Die Themenwünsche aus dem Fragebogen zeigen, dass es im Landesverband großes Interesse an weiteren inhaltlichen Diskussionen gibt. Genannt wurden unter anderem Wohnen, Gesundheit, Arbeit und Wirtschaftspolitik, soziale Gerechtigkeit, Bildung, Verkehr, Frieden, Migration, Meinungsfreiheit und die strategische Ausrichtung des BSW in Hamburg. Besonders deutlich wurde auch der Wunsch nach Themen mit starkem Hamburg-Bezug und nach einer besseren Sichtbarkeit des BSW in der Stadt.
Der „Debattenraum live“ soll deshalb fortgeführt und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, nach künftigen Debatten klarer festzuhalten, welche politischen Schwerpunkte sich für Hamburg ergeben und welche konkreten nächsten Schritte daraus entstehen können – zum Beispiel Veranstaltungen, Aktionen, Flyer, Homepage-Beiträge oder weitere Formen der politischen Öffentlichkeitsarbeit.
Der Landesvorstand sowie die Moderatoren, Dr. Anna Katharina Schnell und Armin Lütcke, danken allen Teilnehmenden herzlich für die offene Diskussion, die engagierten Beiträge und die konstruktiven Rückmeldungen.
Der erste „Debattenraum live“ hat gezeigt: Es gibt im BSW Hamburg ein großes Bedürfnis nach politischer Klärung, gemeinsamer Orientierung und konkreter Handlungsfähigkeit. Wir wollen uns den zentralen inhaltlichen Debatten stellen und Schritt für Schritt ein stärkeres gemeinsames Selbstverständnis für das BSW in Hamburg entwickeln. Genau daran möchten wir mit den kommenden Veranstaltungen anknüpfen.
Die folgende Auswertung dokumentiert das anonyme Meinungsbild der Teilnehmenden des ersten „Debattenraum live“.
Insgesamt wurden 25 Fragebögen ausgefüllt; nicht alle Fragen wurden von allen Teilnehmenden beantwortet.
Die Ergebnisse dienen der Transparenz und der Weiterentwicklung des Formats, sind jedoch nicht repräsentativ für den gesamten Landesverband und ersetzen keine Beschlusslage des BSW Hamburg.




