Der Olympiaentscheid der Hamburgerinnen und Hamburger – mehr als ein Ergebnis
,Mit der Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg ist mehr erreicht als Klarheit zur Frage der Olympiabewerbung selbst.
Viel mehr!
Mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro wurde die ganze Stadt mit Werbung zugepflastert, Promis angeheuert, Haushalte und Schulen mit Broschüren geflutet. Welche Interessen wurden damit vertreten? Die der Hamburger Bevölkerung doch offensichtlich nicht. Aber diese hielt der Propaganda finanzkräftiger Lobbyisten, von Politikern und dem Senat stand. Nicht alles ist käuflich.
Wir als BSW gratulieren uns Hamburgerinnen und Hamburgern zu unserer Entscheidung, unserer Erkenntnis, dass es dem IOC und den Bewerberregionen schon lange nicht mehr um den einst so großartigen „olympischen Geist“ geht. Es geht, wie immer, um Profit, koste es den Steuerzahler, was es wolle. Die Stadt braucht Sportstätten für den Schul- und Breitensport, Schwimmunterricht, Fahrbahnen ohne Schlaglöcher, günstige Wohnungen und so viel mehr als ein kurzfristiges Spektakel.
Der Senat verspricht, Impulse und Ideen aus seinem Bewerbungskonzept aufzugreifen und Hamburg soll Active City bleiben. Ein neues Stadion im Volkspark soll kommen und die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen soll ausgebaut werden.
Eine konkrete Verbesserung der Situation an den Sportstätten vor Ort, den (fehlenden) Schwimmhallen und in den Schulen verschwimmt im Nebel der Allgemeinplätze. Hamburg werde eine Active City bleiben, in der der Sport zu Hause ist, so Tschentscher: d.h. mit zu wenig Angeboten, Sportstätten, Trainern und Finanzen.
Die Absage der Bevölkerung an die hochtrabenden Olympiapläne des Senats verdeutlicht:
Senat und Bürgerschaft haben ein anderes Bild vom Zustand Hamburgs und den gesellschaftlichen Prioritäten als die Bürgerinnen und Bürger.
Ob Unfähigkeit oder Verlust, der Einsicht, dass Politik der Bevölkerung verpflichtet ist, Hamburger Bürgerschaft und Senat müssen auf den Boden der Wirklichkeit zurückfinden und nicht ihren Wunschträumen und Lobbyinteressen dienen.